Erfahrungen und Eindrücke der Ausbildung

Im ersten Jahr der Ausbildung hatte ich Gelegenheit, mich intensiv mit der Anthropologie und dem Menschenbild Rudolf Steiners auseinanderzusetzen und mir so die Grundlage für das zweite Studienjahr in der Praxis zu verschaffen.

Mein Ziel als künftiger Waldorflehrer ist es, den Kindern mit viel Enthusiasmus die Liebe und Achtung zu sich selbst und zu allen Mitgeschöpfen – seien es Pflanzen, Tiere oder unsere Mitmenschen – aufzuzeigen

Dr. Frank Sommer

Oberstufe Biologie/Chemie

Dr. Frank Sommer​

Die tägliche selbstreflexive Auseinandersetzung mit der eigenen künstlerischen Übung, wie sie hier im Waldorfseminar in der Vielfalt der Künste gelebt wird, brachte im Laufe des Seminarjahres einen Erfahrungsschatz zustande, den ich im Beruflichen wie im Persönlichen nicht missen möchte. Es ist eine Erkenntnisarbeit, die Freude macht, über die Gestaltungsprozesse und ihre Wirkungskräfte. Nun will dieser Erfahrungsfundus weiterwachsen, angewandt an die Erziehungskunst im kommenden praktischen Schuljahr.

Der Grundgedanke der Waldorfpädagogik, die Erziehung der jungen Menschen einer anthropologisch ganzheitlich gedachten Kunst gleichzusetzen, gekoppelt an die beständige Selbstentwicklung der Lehrenden an Individualität des Schülers und Einzigartigkeit der Klasse blickt - meiner Meinung nach - erfrischend mutig den standarisierenden, unifizierenden und das Leben doch so fragmentierenden Tendenzen entgegen, welche hier und da ihre Hydra-Köpfe aus dem Strom heutiger Zeit erheben.

Zunächst wie durch eine Sammellinse fokussiert und dann wie durch ein Prisma farbenreich gebrochen steigerten sich die Kunsterfahrungen in unserer Italien-Studienfahrt, deren Schwerpunkt „Steinhauen“ in der Marmor-Gegend Azzano vom „brudersphärischen“ Kontrapunkt unserer gemeinsamen Chormusik aufgefangen und gehalten wurde. Den Resonanzraum dafür gaben kleine und große Kirchen toskanisch-florentinischer Kulturgeschichte und – sofern dafür offen – der Innenraum eigener persönlichen Renaissance. Meine Erinnerung klopft und klingt nach und möge nicht verhallen.

Marta Knippenberg, Deutsch / Philosophie / Medienpädagogik Oberstufe 2017


Marta Knippenberg

Als Student und ehemaliger Staatsschüler fühlte ich mich am Kieler Waldorflehrerseminar zu Beginn ein wenig wie Alice, die immer tiefer inden Kaninchenbau geriet. Neben neuen philosophischen Anreizen, die ich in den Hauptkursen über Waldorfpädagogik und Anthroposophie hinaus gewann, waren es vor allem die künstlerischen Kurse, wie Musik, Sprachgestaltung, Kunst und Eurythmie, die meinen Horizont Woche für Woche erweiterten. Ich halte besonders das erste Ausbildungsjahr, ganz unabhängig davon, ob man Waldorflehrer wird oder nicht, für einen absolut gewinnbringenden Schritt in der eigenen Entwicklung und würde es jederzeit wieder tun.
Hein Köhler, 25 Jahre

Hein Köhler

Für mich war eigentlich immer klar, dass ich Waldorflehrerin werden möchte.
Die letzten Monate im Waldorflehrerseminar haben meine Überzeugung bestätigt. Ich lerne hier das Grund- und Basiswissen der Waldorfpädagogik kennen, kann mich kreativ-künstlerisch ausleben und bekomme den Hauch einer Vorstellung, wie es sein könnte, mit Kollegen und Kolleginnen diese wunderbare Herangehensweise an die Erziehung, an die Kindesbetrachtung und Wissensvermittlung, zu praktizieren und zu leben.

Caroline Erhardt

30 Jahre alt

Caroline Erhardt

„Aushalten“ Auf den ersten Blick vielleicht kein positiv konnotiertes Wort, doch während der Waldorf-Ausbildung, habe ich genau das lernen müssen – neue Gefühle, neue Situationen, neue Konfrontationen auszuhalten und lernen damit umzugehen. Vor allem der kreative Teil der Ausbildung macht es möglich, reflektierter in die Welt zu schauen, die Menschen zu nehmen wie sie sind und aus ihnen das herauszuholen, was sie nie in sich vermutet hätten. Genau diese positiven und bestärkenden Gefühle möchte ich zukünftig den Kindern als angehende Waldorflehrerin vermitteln, damit sie sich ohne Zwang und Druck zu unabhängigen Individuen entfalten können.

Karoline Durdis 2017


Karoline Durdis

Studentische Arbeiten